Geschichte
2002
Lufthansa entscheidet sich im Mai 2002, ihre künftige Flotte von fünfzehn A380 Großraumflugzeugen mit Rolls-Royce-Triebwerken vom Typ Trent 900 auszustatten. Dabei stellt sich die Frage, wie die optimale Wartung der neuen Turbofans und damit eine maximale Betriebsdauer gewährleistet werden kann. Die ideale Lösung liegt auf der Hand: Die Kombination des Know-hows des Triebwerksherstellers Rolls-Royce mit der Wartungskompetenz von Lufthansa Technik.
2003
Im Februar 2003 kündigen Lufthansa Technik und Rolls-Royce den Aufbau eines gemeinsamen europäischen Kompetenzzentrums für Triebwerküberholung an. Spezialgebiet: Überholung und Reparatur der Trent-Triebwerke für die Airbus-Familie. Der Name des neuen Unternehmens: N3 Engine Overhaul Services. Das "N3" im Namen des 50/50-Joint-Venture verweist auf die besondere Konstruktion der Triebwerke von Rolls-Royce. Diese beruht auf drei, statt üblicherweise zwei Triebwerkswellen, die mit unterschiedlichen Drehzahlen rotieren. "N3" bezeichnet die Drehfrequenz der dritten Welle.
2004
Nach einer europaweiten Standortsuche entscheidet sich das Unternehmen, sein neues Werk im thüringischen Arnstadt aufzubauen. Ein wichtiges Standortkriterium ist die zentrale Lage der mitteldeutschen Stadt. Arnstadt liegt verkehrstechnisch so günstig, dass sich die Triebwerke von Deutschlands größten Flughäfen, Frankfurt und München, schnell per Autobahn oder Zug zur Wartung zu N3 transportieren lassen. Gleichzeitig mit der Standortentscheidung wird ein Projektteam aufgebaut, das Planung und Bau des Werkes organisiert.
2005
Im Juli startet das N3-Qualifizierungsprogramm für Fachkräfte aus der elektro- und metallverarbeitenden Industrie, die innerhalb von etwa einem Jahr auf ihre Tätigkeit in der Luftfahrtindustrie vorbereitet werden. Nach Erteilung der Baugenehmigung für das Werk im Gewerbegebiet Erfurter Kreuz werden Generalplaner und Generalunternehmer für den Bau und die Planung des Werkes sowie des Triebwerkteststandes beauftragt.
2006
Im Februar erfolgt der erste Spatenstich für das neue Werk von N3 unter Anwesenheit von Thüringens Finanzministerin und stellvertretender Ministerpräsidentin Birgit Diezel und Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Jürgen Aretz. Bereits im Mai wird der Grundstein gelegt. Für die Region ist das Projekt von entscheidender Bedeutung, da die Neuansiedlung hunderte neue Arbeitsplätze im High-Tech-Bereich schafft. Dieser Umstand wird auch von der Bundesregierung gewürdigt: Kanzlerin Angela Merkel selbst legt den Grundstein für das Werk. Im September feiern N3-Projektteam, Bauleute und beteiligte Unternehmen sowie Partner aus Behörden und Institutionen gemeinsam das Richtfest, dem unmittelbar der Beginn des Innenausbaus und die Installation der Maschinen und Anlagen für die Triebwerküberholung folgt. Die erste Gruppe von N3-Mitarbeitern beendet ebenfalls im September erfolgreich das Qualifizierungsprogramm. Ende 2006 hat N3 etwa 170 Mitarbeiter eingestellt und knapp 100 künftige Kollegen im Qualifizierungsprogramm untergebracht.
2007
Im Februar zieht das Projektteam aus den Räumen der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) in Erfurt in das neue Werk - nur ein Jahr nach dem Spatenstich ist der Bau nahezu fertiggestellt. Am 5. April erteilt das Luftfahrt Bundesamt (LBA) N3 die Genehmigung als Instandhaltungsbetrieb (Teil 145) für Rolls-Royce Großtriebwerke vom Typ Trent 500 zu arbeiten. Der Triebwerkteststand erhält im Juli seine Genehmigung. Derzeit arbeiten 250 Mitarbeiter bei N3. Am 14. September eröffnen Ministerpräsident Dieter Althaus und Wolfgang Tiefensee, Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung offiziell das neue Werk von N3.
2008
Am 8. April 2008, fast auf den Tag genau ein Jahr nach der Erstgenehmigung, erteilt das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) N3 die Genehmigung als Instandhaltungsbetrieb (Teil 145) für Rolls-Royce Großtriebwerke vom Typ Trent 700 zu arbeiten. Neben Motoren des Typs Rolls-Royce Trent 500 werden nun auch die Antriebe des Airbus A330 bei N3 gewartet. N3 hat damit planmäßig die nächste Ausbaustufe erreicht. Fast 400 Beschäftigte arbeiten nun bei N3. Die Vorbereitungen für die Genehmigung, an Rolls-Royce Triebwerken des Typs Trent 900 arbeiten zu können, beginnen. Voraussichtlich ab 2010 werden dann auch die Triebwerke des Airbus A380, dem größten Passagierflugzeug der Welt, bei N3 in Arnstadt instand gehalten werden können.